Der Journalist
In meiner journalistischen Arbeit haben mich schon sehr viele Themen beschäftigt. Zumeist politische. Ich habe mich um die SPD gekümmert, die FDP und immer wieder um die damalige PDS und heutige Linkspartei. Auch die Grünen blieben nicht verschont von mir. Das Innenleben der Parteien ist immer wieder eine spannende Welt für sich: Wer kann mit wem? Und vor allem: Wer mit wem nicht? Wer steigt auf, wer ab?
Doch Vorsicht! Gerade als politischer Journalist in der Hauptstadt Berlin muss man aufpassen, dass man nicht irgendwann wie in der berühmten Käseglocke lebt und arbeitet und vom realen Leben "draußen" nichts mehr mitbekommt. Es reicht ja schon, wenn es manchem Politiker so ergeht - als Journalist wäre das unverzeilich. So stelle ich immer wieder auch Menschen in den Mittelpunkt meiner Arbeit. Ganze Gruppen, die ein Anliegen haben, zum Beispiel. Oder einzelne Menschen und ihr Schicksal, seien es Täter oder Opfer, Helden oder Versager. Auch gesellschaftliche Trends und Entwicklungen muss ein Journalist immer im Auge haben, sie aufspüren und dann natürlich auch darüber berichten.
Ein Thema, das mich immer wieder auch persönlich bewegt, sind die Opfer der SED-Diktatur und ihres "Schildes und Schwertes", der Staatssicherheit. Allzu oft bekommen sie kein Gehör, in Deutschland gilt der Täter zumeist mehr als sein Opfer.
Der Buchautor
Menschen stehen auch bei meiner Arbeit als Buchautor häufig im Mittelpunkt. So faszinieren mich immer wieder Biographien besonders. Sei es der Polizeibeamte Karl-Heinz Kurras, der am 2. Juni 1967 in Berlin den Studenten Benno Ohnesorg erschoss und sich Jahrzehnte später als Inoffzieller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit herausstellte; sei es der ehemalige NS-Gauleiter von Ostpreußen, der als Reichskommissar der Ukraine für den Tod von mehr als einer Millionen Juden, Russen und Ukrainer verantwortlich gemacht wurde; seien es die Überlebenden des Untergangs der "Wilhelm Gustloff" im Januar 1945, der KPD-Chef Ernst Thälmann, der erst von den Nationalsozialisten ermordert und dann in der DDR zum Mythos erhoben wurde. Oder sei es Bundespräsident Christian Wulff, der sich vom Schülersprecher zum ersten Mann im Staate emporgearbeitet hat.
Menschen machen Geschichte und sie erleben sie. Sie sind Subjekt und Objekt historischer und gesellschaftlicher Entwicklungen, sie durchleben Katastrophen und Tragödien, feiern Triumphe, sind Täter oder Opfer. Und auf die besonders spannenden Schicksale trifft oft das alles zu. Aber sie alle handeln auch immer unter bestimmten Bedingungen, in einem Rahmen, den nicht sie selbst vorgegeben haben. So muss eine gute Biographie nicht nur den Menschen abbilden, verstehen, erklären - oder auch mal Unerklärliches einfach darstellen. Sie muss auch das Handeln des Einzelnen in seiner Umwelt erklären.
Doch natürlich gibt es auch andere spannende Themen. So beschäftigte ich mich mit den Mythen der DDR und stellte die Fakten dagegen. Ich beschrieb die Olympischen Spiele 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen.
Die spannenden Themen liegen auf der Straße und sie gehen nie aus.
Armin Fuhrer - Journalist und Autor
